Berliner und Brandenburger Hebammen und Eltern protestieren am 12. April um 15.00 Uhr vor dem Bundeskanzleramt in Berlin und fordern von Angela Merkel die existenzbedrohende Notlage der Hebammen in Deutschland endlich zur „Chefsache“ zu machen. Das Aktionsbündnis „Sichert die Hebammenarbeit“ mahnt die Bundesregierung an, einen Lösungsvorschlag bis zum Sommer 2014 vorzulegen, um Geburtshäusern und freien Hebammen in Deutschland endlich Planungssicherheit zu geben.

Eine Mitte März 2014 eingereichte Petition im Deutschen Bundestag zur „Sicherstellung der flächendeckenden, wohnortnahen Versorgung mit Hebammenhilfe“ erreichte in dieser Woche 50.000 Unterstützer. Damit muss das Thema im Bundestag debattiert werden. „Die unsichere Lage brennt der Bevölkerung auf den Nägeln, mehr als die zuständigen Bundespolitiker wahrhaben wollen“, sagte die Sprecherin des Aktionsbündnisses Sabine Niels aus Fürstenwalde. Zu der Protestaktion werden mehrere hundert Eltern und Hebammen erwartet.

„Derzeit besteht die Gefahr, dass es Mitte 2015 keine funktionsfähige Berufshaftpflicht für Hebammen mehr gibt – und Hebammen dürfen nicht ohne Berufshaftpflicht arbeiten“, sagt Christine Bruhn, Geschäftsführerin des Geburtshauses in Berlin Charlottenburg zur Lage der Hebammen in Deutschland. Die Hebamme Marion Kublick aus Berlin-Köpenick weist darauf hin, dass neben den freien Hebammen, auch die sogenannten Beleghebammen in Krankenhäusern betroffen sind. „Was Außenstehende oft nicht bemerken: Krankenhäuser stellen für die Geburtsbetreuung Belegbetten zur Verfügung. Diese werden von Frauen belegt, die ihre Geburt im Krankenhaus von sogenannten freiberuflich tätigen Beleghebammen betreuen lassen. Etwa 21 Prozent aller Geburten in Deutschland werden derzeit durch freiberufliche Hebammen begleitet. Davon seien 19 Prozent durch Beleghebammen abgedeckt. In einigen Bundesländern liegt die Quote der Beleggeburten bei 80-90%, da die Krankenhäuser fast ausschließlich mit diesem Belegsystem arbeiten, d.h. Geburtshilfe zu 80-90% durch freiberufliche Hebammen geleistet wird.

Zudem werden Geburtsvorbereitung und Wochenbettbetreuung, dazu gehört auch die Stillberatung ausschließlich durch Hebammen abgedeckt. „Es geht nicht um die Wahrung eines Berufsstandes, sondern um die Sicherung der Geburtshilfe an sich“, so Bruhn.

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